Einordnung
Wie hilft Ihnen Künstliche Intelligenz in Ihrer Produktion?
Immer dann, wenn ein Prozess nicht mit wenigen Sätzen (oder wenigen grafischen Symbolen, z. B. in einem BPM-Netzwerk) beschrieben werden kann, sollte ein KI-Ansatz in Erwägung gezogen werden. Weitere deutliche Hinweise sind Aussagen wie „Das entscheidet dann ein Mitarbeiter aus seiner Erfahrung.“ oder „Die Nachtschicht produziert deutlich mehr Non-Good-Artikel als die Frühschicht.“
Wir unterscheiden bei KI im Wesentlichen zwei Anwendungsszenarien:
Embedded KI
Den gekapselten (embedded) Einsatz von KI-Algorithmen in Maschinensteuerungen und besonders in smarten Sensoren zur Klassifizierung eines Artikels oder einer Verpackung. Beispiel sind ein Bilderkennungssystem zur differenzierten Bestimmung der Produktqualität oder die bildgestützte Überwachung der Etikettierung.
Data Mining
Einen Einsatz im Bereich „Data Mining“, z. B. für die Prognose von Bestellmengen. Hierfür ist die Bereitstellung eines umfassenden Sets an historischen Produktionsdaten erforderlich, um das neuronale Netz entsprechend trainieren zu können. Ein weiterer typischer Anwendungsfall ist ein digitaler Assistent, der dem Linienbediener Vorschläge für eine optimierte Einstellung von Maschinenparametern bereitstellt.
Viele in der Food-Industrie eingesetzte Rohstoffe sind Naturprodukte. Bei der Verarbeitung kommt es zu Qualitätsabweichungen. Diese müssen durch eine Anpassung von Parametern der Produktionsmaschinen oder der Rezeptur ausgeglichen werden.
Quality Check Points, die abschließend die Gesamtqualität des verkaufsfertigen Produktes bewerten, sind in der Regel erst am Ende der Produktionslinie installiert. Eine Durchlaufzeit von mehreren Minuten durch die Linie erschwert aufgrund der Totzeit den Einsatz von klassischen Methoden der Regelungstechnik.
Hier kann Künstliche Intelligenz seine Vorteile voll ausspielen. Auf Basis der immensen Rechenleistung in der Cloud können komplexe Algorithmen aus dem vorhandenen Datenschatz vergangener Produktionsabläufe (Big Data) „lernen“. Kommt es an einer beliebigen Stelle im Prozess zu einer Abweichung, kann die KI damit optimal umgehen. „Optimal“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Gütekriterien des Herstellers für den Prozess möglichst erfüllt werden. Die eingesetzten Kundendaten beschränken sich auf Signale von Sensoren und Aktoren, so dass Betriebsgeheimnisse nicht in die Cloud ausgelagert werden.
Das Ziel von KI ist es, den Erfahrungsschatz eines erfahrenen Linienbedieners mit einem Neuronalen Netz nachzubilden. In der Folge trifft die KI ähnlich gute oder sogar bessere Entscheidungen bei der Nachführung von Maschinenparametern oder der Anpassung von Rezeptkomponenten zur Laufzeit der Produktion.