Ein Fertigungsmanagementsystem (MES) übernimmt Produktionsaufträge samt Roh- und Hilfsstoffen aus dem Warenwirtschaftssystem, führt die Prozessschritte anstelle von Laufzetteln und meldet Mengen, Verbräuche und Chargen zurück. Alle Daten stehen in Echtzeit an jedem berechtigten Endgerät bereit.
Das Warenwirtschaftssystem ist noch nicht richtig mit der Produktion vernetzt. Dies ist eine der Grundaufgaben eines Fertigungsmanagementsystems (MES). Produktionsaufträge werden (ungeordnet) zusammen mit Informationen über Rohstoffe und Hilfsstoffe wie Verpackungsmaterial vom Warenwirtschaftssystem an das MES übertragen. Produzierte Mengen und Rohstoffverbräuche werden in Verbindung mit Chargeninformationen zurückgemeldet sowie ggf. auch Statusinformationen über den aktuellen Verlauf der Produktionsprozesse. Prozessschritte, die auf Laufzetteln dokumentiert werden, sollten direkt vom MES geführt und dokumentiert werden. Dies kann auch mit Hilfe von mobilen Endgeräten (mobile devices), wie z. B. Barcode bzw. QR-Code-Scannern erfolgen und durch den Einsatz von Industrie-PC’s in hygienischem Design direkt auf dem Shop Floor bzw. an den Maschinen / Linien. Der Vorteil: Informationsmanagement wird möglich oder in anderen Worten: Alle Daten sind in Echtzeit an jedem Endgerät verfügbar (die entsprechende Nutzerberechtigung vorausgesetzt). Fragen nach dem Verbleib eines Laufzettels oder der aktuellen Version einer Exceltabelle sind Geschichte. Das MES führt alle materialwirtschaftlichen Aspekte und Buchungen aus dem Warenwirtschaftssystem in der Produktion konsequent weiter. Rohstoffe, Halbfabrikate und Produkte werden chargengenau gebucht. Für Mischchargen wird eine neue Chargennummer angelegt, sodass jederzeit die Auflösung einer Mischcharge mengengenau und nach vorgegebener Konzentration möglich ist. Auch Ereignisse, die nicht direkt chargenrelevant sind, wie z. B. Audits, werden natürlich konsequent dokumentiert. Für die Intralogistik gilt dies ab / bis Werkstor einschließlich Steuerung der LKW-Verkehre am Standort mit Hilfe von Selbstbedienterminals („Hofmanagement“), also deutlich über die Grenzen der Produktion hinaus.
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